Immer mehr Windradgiganten sollen unsere Heimat zustellen!
Es ist ein absolutes Trauerspiel, das sich vor unserer Haustür abspielt. Als ob ein bestehender Windpark mit 14 Windenergieanlagen (WEA) in direkter Nähe (Heuchelheim) nicht schon Belastung genug wäre, wurden kürzlich weitere 17 WEA genehmigt. Doch wer glaubt, dass damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist, sieht sich bitter getäuscht. Die Gier nach immer neuen Flächen scheint unersättlich.
Aktuelle Unterlagen der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd 1 zeigen das ganze Ausmaß des Planungschaos: GAIA plant klammheimlich weitere 5 WEA auf den Gemarkungen Dirmstein (2), Obrigheim (3) und Offstein (1). Besonders brisant: Hier versucht sich die Firma GAIA mbH offenbar mitten in die bestehende Planungsfläche der BayWa r.e. GmbH zu drängeln.

Die VG Monsheim hat darauf reagiert und plant eine Erweiterung der Windvorrangfläche (Sonderbaufläche) auf ihrer Gemarkung, angrenzend zu Obrigheim und Dirmstein. Der dortige Gemeinderat hat den Beschluss im April ‘26 angenommen.
- https://monsheim.gremien.info/meeting/1607
- https://monsheim.gremien.info/submission?id=20260104100117
- Beschluss wurde einstimmig angenommen 20.04.2026
Zudem wurde Anfang diesen Jahres bekannt, dass der Windpark Heuchelheim durch den Projektierer GAIA um 3 weitere WEA erweitert werden, während gleichzeitig zwei bestehende Anlagen durch noch größere, mächtigere Giganten ersetzt werden sollen (Repowering).
Währenddessen beschäftigte sich der Bauausschuss Dirmstein am 17.06.26 mit der Genehmigung der zwei von fünf WEA auf der Dirmsteiner Gemarkung.
Dieser hat den Antrag abgelehnt.
Direkt eine Woche später, am 24.06.26 hat sich der Gemeinderat Dirmstein mit der Genehmigungsanfrage auseinandersetzen müssen. Es gab einige Nachfragen. Am Ende steht ein wichtiges Signal: Die Mehrheit der Ratsmitglieder verweigert das gemeindliche Einvernehmen! Mit 8 Nein-Stimmen, 5 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen wurde das Vorhaben abgelehnt.
Ein wichtiges Signal – aber leider noch keine Entwarnung: Auch wenn die Gemeinde „Nein“ sagt, wissen wir, dass solche Beschlüsse im Zuge des übergeordneten „öffentlichen Interesses“ von höheren Behörden oft eiskalt ersetzt werden können. Der Druck von oben bleibt enorm.
Wichtig zu wissen: Projektierer berufen sich wie die BayWa r.e. nicht auf den Regionalplan oder etwa das zu erreichende Flächenziel, sondern auf den damaligen “Bekanntmachungsfehler” des Flächennutzungsplanes von Dezember 2005 und begründen somit ihr Planungsrecht. Hier müssten VG und Gemeinde gemeinsam im Sinne etlicher Bürger dagegen agieren! Ein neuer Flächennutzungsplan wurde seitens der VG im Dezember 2025 aufgestellt und ist in Bearbeitung. Hier scheinen die Behörden Tatsachen schaffen zu wollen. Obwohl das Leiningerland seinen Soll an Flächen für Windenergie bereits erfüllt hat. Der übergeordnete Regionalplan vom VRRN ist bis heute nicht rechtskräftig (voraussichtlich Ende 2026) und hat das gesetzliche Teilflächenziel für 2027 bereits rein rechnerisch ebenso übererfüllt. Somit würde die Privilegierung für Bauvorhaben von Windkraftanlagen erstmal entfallen! Es scheint ein Wettrennen um die Sicherung von Standorten zu laufen.
Für die Bürger in Obersülzen ist die Situation ähnlich katastrophal. Nach Südwesten/Grünstadt ist der “kleine“ “Windpark Kirchheim” geplant. Hier hat am 05.05.2026 der Projektierer GAIA in Obersülzen bekanntgegeben, dass sie vier weitere WEA planen. Zwei WEA werden auf der Gemarkung Obersülzen stehen, eines auf der Gemarkung Kirchheim und das vierte auf der Gemarkung Kirchheim. Somit wäre Obersülzen im Nordosten als auch im Südwesten “eingekesselt” durch WEA.
Weiteres Problem: die Bürger sind außen vor, da laut Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und dem Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) 3-5 WEA ohne Öffentlichkeitsbeteiligung ablaufen. Es findet meist nur eine allgemeine Standortprüfung statt.
Wir von der BI NEIN Zum Windpark Dirmstein, sehen diese offenkundig überbordende Planungen, ohne jegliche Einbindung der Öffentlichkeit im Vorfeld äußerst kritisch und lehnen weitere WEA ebenfalls ab. Wir Bürger werden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Aufgrund der ganzen Geschehnisse rund um den Windpark steht ganz klar die Befürchtung im Raum, dass noch mehr WEA geplant und gebaut werden in diesem Gebiet. Auch wenn BayWa und GAIA das aktuell verneinen, so ist diese Aussage sicher so zu bewerten, wie wenn Politiker sagen, es gäbe keine Steuererhöhungen. Zudem besteht auch die Gefahr, dass noch ein dritter Projektierer auf den Plan tritt.
Das ganze Gebiet zwischen Dirmstein und Offstein wird zu einem Industriepark verkommen. Unser historisches Landschaftsbild wird zerstört. Das Prädikat „Perle des Leininger Landes“ für Dirmstein? Nur noch Makulatur, eine wertlose Floskel auf dem Papier.
Die aktualisierte Karte zeigt, dass durch diese neuen Planungen Obersülzen und Dirmstein regelrecht von WEA umzingelt wird, auch wenn die SGD Süd dieses Argument als ungültig deklariert.
Weiterführende Informationen
- [DE] Rheinpfalz – Windpark: Kommunen sagen Ja zur Erweiterung
- [DE] Rheinpfalz – Windpark Dirmstein: Fünf zusätzliche Windräder geplant
- [DE] Rheinpfalz – Windräder bei Dirmstein: Werden es noch mehr?
Quellen
- SGD Süd: Verfahrensliste Stand Mai 2026 – [Archiv]
