20260814 NZWD Nordex N175

Nordex N175 – Daten und Fakten

Riesige Dimensionen, jahrzehntelange Auswirkungen auf unsere Heimat: Die 17 geplanten Nordex N175-Anlagen der BayWa r.e. werfen lange Schatten voraus. Doch die Belastung beginnt nicht erst mit der Inbetriebnahme – schon die intensive Bauphase wird Mensch und Umwelt vor Ort extrem fordern. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die Zahlen, Fakten und Hintergründe, die man jetzt kennen muss. 

 

Turmkonstruktionsarten

1. Reine Stahlrohrtürme (Tubular Steel Towers)

Diese Bauweise stellt den klassischen Industriestandard dar und wird vorrangig für geringere bis mittlere Bauhöhen genutzt.

  • Nabenhöhen: 112 Meter, 142 Meter und 162 Meter.
  • Konstruktion: Die Türme bestehen vollständig aus vorgefertigten, konisch zulaufenden Stahlrohrsektionen.
  • Logistik & Grenzen: Die Sektionen werden als fertige Zylinder auf die Baustelle geliefert. Da der Durchmesser am Turmfuß mit steigender Höhe statisch bedingt zunehmen muss, stoßen reine Stahltürme ab ca. 160 Metern Höhe an logistische Transportgrenzen (wie Brückendurchfahrtshöhen und Radien auf Autobahnen/Zufahrtsstraßen).
  • Fundamentierung: Der Aufbau erfolgt direkt auf einem klassischen Betonfundament mittels Ankerbolzen oder Fundamentkorb.

2. Beton-Stahl-Hybridtürme (Hybrid Towers)

Hybridtürme wurden speziell für Großhöhen im Binnenland entwickelt, um höher gelegene, „ertragsstärkere“ Windschichten zu erreichen.

  • Nabenhöhen: 162,5 Meter, 179 Meter und bis zu 200 Meter.
  • Zweigeteilter Aufbau: Der untere Teil des Turms wird aus Beton errichtet (beim 179-Meter-Turm betreffen dies die ersten 119 Meter). Darauf wird ein oberer Teil aus standardisierten, konischen Stahlsegmenten montiert.
  • Segmentierung (Keystones): Um die Transportproblematik großer Fußdurchmesser zu lösen, werden die Betonsektionen vertikal in Einzelteile zerlegt (sogenannte Keystones). Diese lassen sich auf normalen Lkw anliefern und werden erst vor Ort auf der Baustelle kreisrund zusammengesetzt und vorgespannt.
  • Zwei Herstellersysteme: Für die N175 stehen zwei baulich unterschiedliche Hybrid-Systeme zur Auswahl:
    • Hauseigener Nordex-Hybridturm: Basiert auf der seit über 15 Jahren genutzten Betontechnologie des Herstellers.
    • Max-Bögl-Hybridturm: Ein alternatives, separat zertifiziertes System des Partners Max Bögl (ebenso für 179 Meter Nabenhöhe). 1

Technische Übersicht der Turmvarianten 

Turmtyp Verfügbare Nabenhöhen Baulicher Fokus & Einsatzzweck
Stahlrohrturm 112 m / 142 m / 162 m Klassischer, schneller Aufbau; optimiert für küstennahe oder unkomplizierte Standorte.
Kompakt-Hybrid 162,5 m Entwickelt für den deutschen Markt zur Maximierung von Rotorfläche und Ertrag bei einer strikten Gesamthöhenbegrenzung von 250 Metern.
Groß-Hybrid 179 m / 200 m „Maximale Ertragsschöpfung“ an schwachen bis mittleren Binnenlandstandorten durch extreme Höhen. 2, 3, 4

Anmerkung: Dieser wird mit großer Wahrscheinlichkeit im Windindustriepark Dirmstein eingesetzt

 

20260814 N175 Hybridturm Betonteile
Quelle: Screenshot YouTube – Windpark Bredenborn-Nord | Nordex N175/6.X im Bau! – Abgerufen am 14.08.2026
20260814 WEA N175 Betonsegmente
Quelle: Screenshot YouTube – Windpark Gössersdorf/Weißenbrunn (bei Rugendorf) – Abgerufen am 14.08.2026 – Hier sind auch die Ausmaße der Baustelle ersichtlich.

Das fertige WEA sind dann so aus, wie folgende Bilder demonstrieren:

20260814 N175 Hybridturm komplett
Quelle: Screenshot YouTube – Nordex N175 6.8 179 m Hubhigh Full Power Wind Farm Mahlsdorf /Groß Ziescht – Abgerufen am 14.08.2026

 

20260814 N175
Quelle: Screenshot YouTube – Santow wind farm – Nordex N175/6.X prototype with 179 m hybrid tower – Abgerufen am 14.08.2026

Weiteres Bildmaterial:

Transportgewichte

Für die Lieferung und Montage der Windenergieanlage Nordex N175/6.X 5, 6, 7 müssen erhebliche Transportgewichte für die logistische Zuwegung und die Auslegung der Montagekräne eingeplant werden. Die schwersten Einzelkomponenten bestimmen dabei die Anforderungen an die Transportfahrzeuge sowie die Traglast der Hauptkräne vor Ort.

1. Gewichte der Hauptkomponenten (Errichtungsgewichte)

Die angegebenen Werte stellen die Maximalgewichte der Kernkomponenten dar (ohne Transportgestelle) pro WEA:

  • Maschinenhaus: ca. 163,7 t (ohne Triebstrang: ca. 73,2 t)
  • Rotor komplett (Nabe + 3 Blätter): ca. 160,0 t
  • Rotornabe (Hub): ca. 73,0 t
  • Einzelnes Rotorblatt (85,7 m lang): ca. 29,0 t

2. Gewichte der Turmsegmente

Da die N175/6.X auf unterschiedlichen Turmtypen (Stahlrohr- oder Beton-Stahl-Hybridtürme) mit Nabenhöhen zwischen 112 und 200 Metern errichtet wird, variieren die Gewichte je nach Projekt stark:

  • Hybridtürme (Betonsegmente): Die schwersten und größten Betonsegmente im Fußbereich wiegen ca. 60 t pro Segment.
  • Stahlrohrtürme: Die einzelnen Stahlturm-Sektionen bewegen sich in ähnlichen Gewichtsklassen (oft zwischen 40 und über 70 t pro Sektion), um die Straßenverpressung und Transportfähigkeit zu gewährleisten.

3. Rotorblätter

Die Rotorblätter der Nordex N175/6.X (Typenbezeichnung NR87.5) weisen folgende Dimensionen und Kenndaten auf:

Abmessungen & Gewicht pro Rotorblatt

  • Länge: 85,7 Meter (oft vereinfacht als ca. 86 m angegeben)
  • Gewicht: ca. 29,0 Tonnen
  • Konstruktion: Einteiliges Rotorblatt aus glasfaser- und kohlefaserverstärktem Kunststoff (GFK/CFK)

Gesamtrotor-Kennzahlen

  • Rotordurchmesser: 175 Meter
  • Rotorfläche: 24.053 m² (überstrichene Fläche von knapp 3,4 Fußballfeldern)
  • Gesamtgewicht des Rotors: ca. 160 Tonnen (inklusive Rotornabe mit ca. 73 Tonnen)

Anmerkung: Echtes Recycling gibt es für solche Rotorblätter nicht. Aktuell wird hauptsächlich Downcycling durchgeführt, d.h. die Rotorblätter werden zersägt und geschreddert und als Zuschlagstoff in Beton und anderen Verbundstoffen beigemengt oder in der Zementindustrie mit verbrannt.

4. Relevanz für Logistik und Kraneinsatz

Schwerster Hub bei der Montage

Das komplette Maschinenhaus mit ca. 164 t (oder alternativ der komplette Rotorstern mit ca. 160 t, falls dieser am Boden vormontiert wird) stellt das maßgebliche Gewicht für die Dimensionierung des Hauptkrans dar.

Reales Transportgewicht auf der Straße

Für die Transportlogistik müssen zu den reinen Bauteilgewichten noch die von Nordex vorgeschriebenen Transportgestelle sowie das Eigengewicht der Schwerlastfahrzeuge hinzugerechnet werden.

Gesamtgewicht auf rollender Achse (Beispiel Maschinenhaus):

  • Bauteil: ca. 164 t
  • Transportgestell: ca. 30 t
  • Fahrzeug/Trailer: ca. 40 t

Gesamtgewicht: 230+ Tonnen

Benötigte Fläche

1. Flächenbedarf während der Bauzeit

Gesamtflächenbedarf (Baufeld): ca. 6.000 – 8.500 m² (ca. 0,6 bis 0,85 Hektar)

Begründung für den Mehrbedarf:

  • Betonsegment-Lagerung: Die vorgefertigten Betonelemente müssen ebenerdig und tragfähig zwischengelagert werden.
  • Rotorblattlagerung: Die 85,7 m langen Einzelblätter benötigen vor dem Einzelblatt- oder Sternaufbau ausreichend Schwenk- und Vormontageraum.
  • Vormontageflächen: Flächen für das Zusammensetzen der Turmsegmente und das Aufrüsten des Hauptkrans (Derrickausleger/Gittermast).

2. Kranstellfläche (Haupt- & Hilfskran)

  • Flächenbedarf Kranstellfläche: ca. 2.000 – 3.000 m²
  • Anforderungen:
    • Durch die enormen Nabenhöhen des Hybridturms (bis zu 199 m) kommen sehr schwere Großkräne (z. B. 1.000- bis 1.600-Tonnen-Raupen- oder Reifenkran) zum Einsatz.
    • Die Stellfläche muss extrem hoch verdichtet und schotterbefestigt ausgeführt werden (Bodenpressung von bis zu 40–50 t/m²).
    • Rüst- und Hilfskranfläche: Zusätzlicher Platz direkt angrenzend für den Montagekran, der den Hauptkran aufrüstet.

3. Flächenbedarf während der Laufzeit (Dauerhaft)

  • Gesamtfläche dauerhaft: ca. 2.500 – 4.000 m² (ca. 0,25 bis 0,4 Hektar)
  • Aufteilung:
    • Fundament: ca. 500 – 750 m² (aufgrund der großen Kippmomente bei 179 m/199 m Nabenhöhe besitzt das Betonfundament oft einen Durchmesser von 25–28 Metern).
    • Dauerhafte Kranstellfläche & Zufahrt: ca. 1.800 – 2.500 m² (bleibt geschottert für spätere Großreparaturen wie Generatortausch, Blattaustausch oder Getriebewechsel).

4. Zuwegung

Für die Antransportierung der Großkomponenten (wie den 85,7 m langen Rotorblättern, dem 164 t schweren Maschinenhaus oder den Betonelementen) sowie die Überfahrt der Schwerlastkräne stellt die Zuwegung eine besondere Herausforderung im Windindustrieparkbau dar. 

Damit Schwerlasttransporte mit einem Gesamtgewicht von oft über 200 Tonnen und Gesamtlängen von bis zu 90 Metern das Baufeld erreichen können, müssen Zufahrten und Kurvenradien exakt geplant werden:

  • Breite der Fahrstraße:
    • Gerade Abschnitte: Mindestens 4,5 bis 5,0 Meter reine Fahrbahnbreite (zzgl. 1 Meter Bankett links und rechts).
    • Lichtraumprofil: Mindestens 4,5 bis 5,0 Meter Höhe frei von Hindernissen (z. B. Baumkronen, Stromleitungen).
  • Kurven und Einmündungen:
    • Deutlich verbreitert (sog. Schleppkurven), da Nachläufer-Transporte für die langen Rotorblätter oder die Nachlenkung des Trailers große Radien benötigen.
    • Kurveninnenradien betragen oft 25 bis 35 Meter oder mehr.

Aufbau der Zuwegung

  • Top-Schicht: ca. 10 – 15 cm Deckschicht (Feinschotter / Splitt-Sand-Gemisch) 
  • Trag-Schicht: ca. 30 – 50 cm Tragschicht (Grob- / Wandkies, Recrecyclingschotter) 
  • Geotextil: Trennvlies / Geogitter (zur Lastverteilung & Entkopplung) 
  • Untergrund: Planum / Verfestigter Anstehender Boden 
20260814 WEA N175 Zuwegung
Quelle: Screenshot YouTube – Zukünftiger Windpark Hockenstein mit 3x Nordex N-175 6.X – Abgerufen am 14.08.2026

Fundament

Das Fundament einer Nordex N175 hat riesige Dimensionen. 

1. Abmessungen & Baugrundanforderungen

  • Fundamentform: Kreisrundes Flachfundament ohne Keller
  • Außendurchmesser: 30,50 Meter
  • Sockeldurchmesser: 14,00 Meter
  • Fundamentgesamthöhe: 2,90 Meter 

2. Betonmenge, Massen und Gewicht

  • Betonvolumen: 746 m³ Beton per Fundament
  • Gewicht des Betonfundaments: 1.865 Tonnen
  • Gewicht der dauerhaften Erdüberschüttung: 1.490 Tonnen
  • Gesamtmasse im Boden (Beton + Erde): 3.355 Tonnen (zzgl. der Stahlbewehrung)
20260814 N175 Fundament
Quelle: Screenshot YouTube – Zukünftiger Windpark Hockenstein mit 3x Nordex N-175 6.X – Abgerufen am 14.08.2026

 

20260814 N175 Fundament
Quelle: Screenshot YouTube – Windpark Gehrden | Nordex N175/6.X im Bau! – Abgerufen am 14.08.2026

 

20260814 N175 Fundament
Quelle: Screenshot YouTube – Max Bögl Türme & neue Fundamente für Nordex N-175 im Sauerland am 17.06. & 20.06.2026 – Abgerufen am 14.08.2026

 

3. Logistik & Notwendige LKW-Fahrten

Für die Erstellung eines einzelnen Fundaments fallen rein transportlogistisch folgende LKW-Anlieferungen an:

  • Betonmischer-Fahrten: Bei üblichen Mischtrommel-Kapazitäten von 7 bis 8 m³ pro Fahrzeug werden für die 746 m³  Beton ca. 94 bis 107 Betonmischer-Anlieferungen benötigt.
  • Bewehrungsstahl: Ca. 4 bis 6 Schwer-LKW-Fahrten für den Einbau der Stahlarmierung.
  • Sauberkeitsschicht & Baustelleneinrichtung: Ca. 5 bis 10 LKW-Fahrten.

Ergebnis: Allein für das Gießen eines Fundaments entstehen ca. 105 bis 125 LKW-Fahrten.

4. Hochrechnung für den Windindustriepark Dirmstein mit 17 Anlagen

Wird dieses Fundamentkonzept auf einen Windpark mit 17 Anlagen des Typs Nordex N175/6.X (179 m Nabenhöhe) übertragen, ergeben sich folgende Gesamtzahlen:

Parameter Pro Anlage 17 Anlagen insgesamt
Betonvolumen 746 m³  12.682 m³ 
Betongewicht 1.865 t 31.705 Tonnen
Erdüberschüttung 1.490 t  25.330 Tonnen
Betonmischer-Fahrten ca. 100 ca. 1.600 bis 1.800 Fahrten
LKW-Anlieferungen gesamt (inkl. Stahl) ca. 115 ca. 1.800 bis 2.100 LKW-Fahrten

Anmerkung: Sehr umweltfreundlich das Ganze, insbesondere im Hinblick auf die Verdichtung bisher landwirtschaftlich genutzter Flächen. Welche negativen Auswirkungen das auf die Versickerungsmöglichkeiten des Regenwassers hat, kann man nur erahnen.

Abfälle und Betriebsstoffe im laufenden Betrieb

Eine Windenergieanlage ist selbstverständlich nicht “grün noch bio”, denn wo bewegte Teile sind, muss selbstverständlich auch geschmiert werden. Der Betrieb einer Nordex-Anlage erfordert regelmäßige Wartungsarbeiten, bei denen vor allem Schmierstoffe, Filter, Abriebteile und Reinigungsmaterialien anfallen. 

Die Auflistung ist pro WEA pro Jahr, für 17 WEA pro Jahr, für 17 WEA für eine angenommene Laufleistung von 20 Jahren.

1. Gefährliche Abfälle (Sonderabfall)

Flüssige und feste Betriebsstoffe, kontaminierte Betriebsmittel sowie Akkumulatoren:

  • Öle (flüssig): Getriebe- & Hydrauliköle
    • 1 WEA / Jahr: ca. 126 Liter
    • 17 WEA / Jahr: ca. 2.142 Liter
    • 17 WEA / 20 Jahre: ca. 42.840 Liter
  • Sonstige gefährliche Stoffe (fest / gebunden): Fette/Wachse, Ölfilter/Putzlappen, Kühlflüssigkeit, Akkus
    • 1 WEA / Jahr: ca. 162 kg
    • 17 WEA / Jahr: ca. 2.754 kg
    • 17 WEA / 20 Jahre: ca. 55.080 kg

2. Nicht-gefährliche Abfälle & Verschleißteile

Mechanischer Abrieb, gewöhnliche Filter und Restmüll:

  • Verschleiß- & Gewerbeabfälle: Bremsbeläge, Kohlebürsten, Belüftungsfilter, Restmüll
    • 1 WEA / Jahr: ca. 16,9 kg
    • 17 WEA / Jahr: ca. 287,3 kg
    • 17 WEA / 20 Jahre: ca. 5.746 kg

Anmerkung: Dazu kommt noch, dass solche Anlagen ca. 20-25 Jahre in Betrieb sind und dann abgebaut oder ausgetauscht (“Repowering”) werden müssen. Vermutlich kommt daher der Name „Erneuerbare Energien„, da die Anlagen permanent erneuert werden müssen.

Eigenspannungsbedarf

Der jährliche Eigenstrombedarf (Hilfsstromverbrauch) einer Nordex N175/6.X variiert je nach Betriebsmodus, Windangebot und Standby-Zeiten. 

In einem Schwachwindgebiet (durchschnittlich 5 m/s Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe) ist der Eigenverbrauch verhältnismäßig hoch, da die Anlage häufiger in den Standby-Zustand wechselt bzw. lange im Teillast- und Bereitschaftsbetrieb läuft. 

Der Strombedarf verteilt sich auf folgende Systeme im Maschinenhaus, der Nabe und der Übergabestation:

  1. Gondelnachführung (Azimutsystem): Stellmotoren, die das Maschinenhaus nach dem Wind ausrichten (besonders bei wechselnden Windrichtungen bei Schwachwind).
  2. Pitchsystem (Blattverstellung): Elektromotoren oder Hydraulikpumpen, die die 85,7 m langen Rotorblätter drehen.
  3. Kühl- und Heizsysteme:
    • Kühlung von Generator, Umrichter und Getriebe im Betrieb.
    • Stillstandsheizung: Bei Schwachwind und Kälte muss das Innenleben (Öl im Getriebe, Steuerungsschränke) beheizt werden, um Kondenswasserbildung zu vermeiden und die Viskosität der Schmierstoffe zu halten.
  4. Gefahrenfeuer & Beleuchtung: Hindernisfeuer (Flugsicherung) sowie Turm- und Gondelbeleuchtung.
  5. Steuerung & Sensorik: SCADA-Systeme, Windmesstechnik (Lidar/Anemometer) und Dauerüberwachung (24/7).

 

Betriebsstatus Jährlicher Strombedarf pro WEA
Normaler Jahresdurchschnitt (Regelbetrieb) ca. 40 – 70 MWh / Jahr
Schwachwindgebiet (~5 m/s, erhöhte Standby-Zeiten) ca. 70 – 110 MWh / Jahr


Geschätzter Stromertrag bei 5 m/s: Je nach Nabenhöhe (z. B. 162 m, 179 m oder 199 m Hybridturm) erzeugt die Nordex N175/6.X an einem 5 m/s-Standort etwa 12.000 bis 16.000 MWh (12–16 GWh) pro Jahr. Vorraussetzung: der Wind weht. 

Eigenbedarfsquote: Der Eigenverbrauch von ca. 70 bis 110 MWh entspricht damit etwa 0,5 % bis 0,8 % der selbst produzierten Strommenge. 

Anmerkung: Im Standby-Zustand wird dieser Strom aus dem Netz bezogen!
Die jetzigen WEA bei Heuchelheim stehen oft genug, zum einen, da sie abgeschaltet werden aufgrund des PV (Photovoltaik) Peaks zur Mittagszeit im Sommer und zum anderen, da hier an sehr vielen Tagen kaum oder kein Wind weht. Eine stabile Stromversorgung sieht anders aus.

Fazit

Aus Sicht der Bürgerinitiative „Nein zum Windpark Dirmstein“ fällt das Fazit zu den geplanten Baumaßnahmen eindeutig und alarmiert aus: Die Verwirklichung des Projekts steht in eklatantem Widerspruch zum lokalen Natur-, Boden- und Artenschutz.

Der Bau der Windenergieanlagen – insbesondere gigantischer Modelle wie der N175 – bedeutet einen irreversiblen Eingriff in unsere Kulturlandschaft. Durch die notwendigen Fundamente, Schotterflächen und die massiv verdichteten Zuwegungen für die Schwerlasttransporte gehen wertvolle Ackerböden unwiederbringlich verloren. Diese zunehmende Flächenversiegelung entzieht dem Boden seine natürlichen Speicher- und Filterfunktionen. Dadurch wird das ohnehin kostbare Regenwasser daran gehindert, natürlich zu versickern und die Grundwasserneubildung langfristig zu schwächen.

Ein massiv unterschätztes Umweltrisiko geht zudem vom laufenden Betrieb aus. Jede dieser Großanlagen enthält Hunderte Liter Getriebeöl, Hydraulikflüssigkeiten und Kühlmittel. Leckagen bei Wartungsarbeiten oder Havarien bedrohen die angrenzenden Ackerflächen direkt mit toxischen Kontaminationen.

Völlig ungelöst ist darüber hinaus die erhebliche Löschproblematik im Brandfall: Geraten die Gondeln in über 100 Metern Höhe durch technische Defekte oder Blitzeinschlag in Brand, sind die örtlichen Feuerwehren aufgrund der extremen Höhe schlichtweg machtlos. Ein kontrolliertes Ablöschen ist technisch kaum möglich – die Anlagen müssen in der Regel kontrolliert abbrennen. Der damit einhergehende Funkenflug stellt eine enorme Gefahr für die umliegenden Ackerflächen dar (insbesondere bei Sommerhitze) und birgt das Risiko großflächiger Flurbrände. Zudem werden beim Verbrennen von Rotorblättern giftige Kunststoffe und Faserpartikel in der Umwelt verweht, welche die Ackerflächen kontaminieren.

Bedrohlich sind die gigantischen Dimensionen der N175-Anlagen für die heimische Fauna und ziehende Arten. Ein Rotordurchmesser dieser Größenordnung verwandelt den Luftraum in eine Gefahrenquelle für die vor Ort lebenden Vögel und Fledermäuse. Darüber hinaus zerschneidet das Projekt eine wichtige Flugroute für Zugvögel: Jahr für Jahr queren Kraniche und Gänse das Gebiet. Die gewaltigen Rotoren stellen ein immenses Kollisions- und Verdrängungsrisiko für diese Zugvögel dar. Der Schutz bedrohter und geschützter Tierarten wird zugunsten eines industriellen Großprojekts schlichtweg untergeordnet.

Fazit: Der geplante Windpark opfert den regionalen Umweltschutz und die Sicherheit der Anwohner für eine verfehlte Energiepolitik. Wer Böden versiegelt, das Grundwasser schwächt, Ölkontaminationen sowie unbeherrschbare Brandrisiken in Kauf nimmt und das Überleben heimischer wie ziehender Wildtiere aufs Spiel setzt, betreibt keinen nachhaltigen Umweltschutz, sondern Raubbau an unserer Heimat. Die Bürgerinitiative erteilt diesen Plänen daher eine entschiedene Absage. 

Quellen

  1. Firmengruppe Max Bögl: Typenprüfbescheid nach DIBt-Richtlinie und Ausbau der Hybridturm-Kooperation mit Nordex für die N175/6.X
    https://www.nordex-online.com/en/2026/04/nordex-group-n175-6-x-turbine-with-7-3-mw-power-mode-new-1625-meter-tower-and-type-approval-for-a-further-179-meter-tower/
  2. https://www.windtech-international.com/product-news/nordex-installs-n175-6-x-wind-turbine-on-hybrid-tower
  3. Nordex Group erreicht mit selbstentwickeltem Hybridturm neue Höhen: N175/6.X mit 179m Nabenhöhe
    https://www.nordex-online.com/de/2025/01/nordex-group-erreicht-mit-selbstentwickelten-hybridturm-neue-hoehen-die-zweite-n175-6-x-ist-jetzt-installiert-erstmals-mit-179-meter-nabenhoehe/
  4. Nordex Group erweitert Turmportfolio der N175/6.X um Hybridturm mit 200m Nabenhöhe
    https://www.nordex-online.com/en/2024/09/nordex-group-expands-tower-portfolio-for-n175-6-x-with-hybrid-tower-with-200-metre-hub-height
  5. https://www.nordex-online.com/en/product/n175-6-x/
  6. https://www.wind-turbine-models.com/turbines/2470-nordex-n175-6-x
  7. Nordex N175: Gewichte, Fundamente, Abfälle: Hochgerechnet aus den eingereichten Unterlagen zur N175 durch die BayWa r.e. GmbH, heruntergeladen bei der SGD Süd am 25.04.2025
    Damalige URLs: https://sgdsued.rlp.de/fileadmin/sgdsued/Service/OEffentlichkeitsbeteiligungen_Bekanntmachungen/OEffentliche_Bekanntmachung_Dirmstein.pdf,
    https://sgdsued.rlp.de/service/oeffentlichkeitsbeteiligung-bekanntmachungen/detail/dirmstein-obersuelzen-antrag-auf-genehmigung-der-errichtung-und-des-betriebs-von-17-windenergieanlagen – leider von der SGD Süd nach wenigen Wochen deaktiviert, sehr transparent.
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