Nachgehakt – Offener Brief #05

Noch einmal haken wir mit einem offenen Brief bei Ministerpräsident Schweitzer und Landrat Ihlenfeld nach.

Keine weiteren Windräder mehr im Leininger Land, den angrenzenden Kreisen Donnersberg und Alzey Worms

Bitte um Antwort auf unser Schreiben vom 22. August 2025 und unsere Nachfrage vom 5. Januar 2026

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Schweitzer, 

Sehr geehrter Herr Landrat Ihlenfeld,

In unserem zweiten Offenen Brief vom 22. August letzten Jahres 1 an Sie haben wir Sie um die Beantwortung zweier sehr wichtigen Fragen gebeten, die bis heute bedauerlicherweise trotz unserer erneuten Nachfrage am 5. Januar 2026, nicht erfolgt ist. Wir bitten Sie dringend um eine schlüssige Antwort zu der besonders drängenden Frage nach der Sinnhaftigkeit eines weiteren Ausbaus der Windkraft im allgemeinen und im besonderen zu der bereits jetzt deutlich sichtbaren Überlastung mit Windkraft Anlagen des Leininger Landes und der daran angrenzenden Kreise Alzey Worms und Donnersbergkreis.

An dieser Stelle sei auch an die Unterschriftenliste mit fast 500 Unterschriften erinnert, die Ihnen ebenfalls bereits zuging. Wir Bürger wollen unser Naherholungsgebiet unverbaut erhalten wissen, für uns und unsere Kinder – das ist ein legitimes Anliegen. Neben der Verschandelung unserer ortsnahen Umgebung fürchten wir auch um unsere Nachtruhe. Weiterhin steht zu befürchten, dass wir auch tagsüber einer unzumutbaren und damit krankmachenden Lärmbelastung ausgesetzt sein werden. 

Wir erinnern daran, dass zwischen den beiden Ortschaften Dirmstein und Obersülzen 17 gigantisch hohe Windkraft Anlagen 2 errichtet werden sollen. Dort befindet sich bereits ein Windpark mit 14 Anlagen, an den nahtlos angeschlossen wird. Die A61 und A6 flankieren das Gebiet nach Osten und Süden, der nördliche Horizont steht voll mit hunderten von Windkraft Anlagen, bei Nacht besonders gut zu sehen. 

Völlig unabhängig davon, wie der Einzelne zum weiteren Ausbau der sogenannten „Erneuerbaren“ steht – diese Massierung auf mittlerweile engstem Raum ist Mensch und Natur einfach nicht mehr zuzumuten. Wir bitten Sie dringend, den “Windpark Dirmstein” unter diesem Gesichtspunkt neu zu bewerten. Tun Sie DAS den Menschen in dieser Region nicht an!

Nochmals bitten wir Sie dringend um die Beantwortung unserer schon lange gestellten Fragen. Wir haben uns eingehend mit diesem vielschichtigen Thema beschäftigt, wie Sie den gut begründeten Sorgen, mit denen wir uns an Sie wenden, entnehmen können.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Schweitzer, sehr geehrter Herr Landrat Ihlenfeld, wir bitten Sie dringend, unsere Sorgen um unser – noch – lebens- und liebenswertes Leininger Land nicht länger zu ignorieren. 

Sehr geehrte Adressaten im cc-Feld, auch an Sie wenden wir uns mit der Bitte, die Planung dieses riesigen, in solchen Dimensionen (sowohl Größe als auch Anzahl der Anlagen) bisher einzigartigen “Windpark”, der beängstigend nah an die Ortsränder angrenzen wird, auch einmal unter dem Aspekt: “Wollte ich da wohnen?” oder “Sollten meine Kinder hier spielen müssen?” zu betrachten. Die alleinige Fokussierung auf die gesetzlichen Vorgaben, die ja bekanntermaßen in den letzten Jahren schnell und geräuschlos “angepasst” wurden, lässt Mensch und Natur in den betroffenen Regionen fast schutzlos zurück. Wir müssen die Verschandelung unserer ortsnahen Umgebung nicht nur rechtlos mit ansehen, sondern als Steuerzahler und Stromkunde auch noch mit bezahlen. Bitte verstehen Sie uns nicht falsch, wir erheben keinerlei Vorwürfe, dass hier irgendetwas nicht mit Recht und Gesetz vor sich geht – das tun wir ausdrücklich nicht. Aber genau das ist in diesem Zusammenhang auch unser größtes Problem.

Profitieren werden nur die Verpächter und die Projektierer. Zum Erreichen der vielzitierten “Klimaziele” werden die Bedürfnisse von Mensch und Natur völlig rücksichtslos übergangen. Wenn wir zerstören, was wir eigentlich schützen sollten, kann irgendetwas nicht stimmen!

Auch der NABU äußert sich sehr kritisch zum geplanten “Windpark Dirmstein”. Bereits am 5. Mai 2025 hat der Naturschutzverband Einspruch zu Teilen des hier genannten Verfahrens erhoben:

Betr.: Öffentliche Bekanntmachung gem. § 10 Abs. 3 und 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in Verbindung mit den §§ 8 bis 10 der Neunten Verordnung zur Durchführung des BImSchG (9. BImSchV) der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) zum Antrag auf Genehmigung der Errichtung und des Betriebs von 17 Windenergieanlagen (WEA) auf den Gemarkungen Dirmstein und Obersülzen. (Az.: 6620#2024/0038-0111 21)

Dort wird sehr kompetent die Problematik aus Naturschutz Sicht dargelegt. 

Der NABU sieht in dem geplanten Windpark eine Barriere für Zugvögel und ein wichtiges Habitat für u.a. für Rohr-, Wiesen- und Kornweihen. Aber auch der unter Schutz stehende Kiebitz ist in der Nähe vertreten und WEA-Sensibel. Des Weiteren gibt es auf der Planungsfläche viele Brutnachweise von Steinkauz, Rebhuhn und Waldohreulen, ebenfalls schutzbedürftige Arten.

Der SGD Süd ging unserer Kenntnis nach dieses Schreiben des NABU bereits zu. Wir bitten die Verantwortlichen bei der SGD Süd, der VRRN dies auch zur Kenntnis bringen.

Abschließend nochmals unsere dringende Bitte, unsere Landschaften, Mensch und Natur wieder mehr in den Mittelpunkt der Flächennutzungspläne zu stellen. Ein vermeintlicher “Fehler” bei der Veröffentlichung, der die Planung erst “ermöglichte”, darf nicht zur Vernachlässigung der legitimen Bedürfnisse der Menschen und der sie umgebenden Natur führen.

Auch dieses Schreiben ist ein offener Brief an Sie alle, den wir auf unserer Webseite den vielen Menschen, die auch auf Antworten warten, zugänglich machen. Ihre Antwort werden wir auch dort veröffentlichen. 

Freundliche Grüße

BI NEIN Zum Windpark Dirmstein

Quellen

  1. https://neinzumwindparkdirmstein.de/wp/2025/09/offener-brief-02/
  2. https://neinzumwindparkdirmstein.de/wp/windpark/
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